Zu Beginn der Pandemie mit Covid 19 haben die gesetzlichen und privaten Krankenkassen die Abgabe von Therapie als Videotherapie in sprachtherapeutischen Praxen genehmigt. Aus dieser Zeit existieren positive Erfahrungen auch für die Stimmfunktionstherapie per Video. Diese Möglichkeit der Therapieabgabe sollte aus Sicht der Therapeut*innen und Patient*innen als reguläres Therapieangebot verstetigt werden.
An der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen wird seit September 2020 unter Leitung von Prof. Dr. Ulla Beushausen deshalb die Studie „Tele-Voice: Vergleich der Wirksamkeit einer Stimmfunktionstherapie Face-to-Face- versus Videotherapie (clinical trial: DRKS00022916)“ durchgeführt. 60 Patientinnen und Patienten mit einer ärztlich diagnostizierten funktionellen Stimmstörungen wurden randomisiert einer der beiden Therapiebedingungen zugeordnet: Videostimmtherapie oder klassische Face-to-Face-Therapie. Die Inhalte der Therapie wurden manualisiert und sind in beiden Bedingungen gleich. Alle Therapien werden von versierten Stimmtherapeut*innen mit mindestens fünfjähriger stimmtherapeutischer Berufserfahrung durchgeführt. Die Therapeut*innen mussten zudem mindestens 50 stimmtherapeutische Videobehandlungen während des Lockdowns durchgeführt haben. Jeweils vor und nach der Therapie werden stimmrelevante Messungen durchgeführt, indem akustische, perzeptive und funktionale Parameter, sowie Daten aus normierten und validierten Fragebögen zur Selbsteinschätzung stimmlicher Symptome und zur Alltagspartizipation der Patient*innen erhoben werden. Zusätzlich soll nach Ende der Behandlung die Videogruppe zur Nutzerzufriedenheit und Praktikabilität der Videotherapie sowie zur therapeutischen Beziehung befragt werden. Für die ärztlichen Befunde konnten ortsansässige HNO- Ärzte und Phoniater als Kooperationspartner*innen gewonnen werden.